Auszug aus dem Interview zwischen Herrn Cissek und Inhaber Herrn Geipel für die Augabe der OTZ am 01.04.2010
Marko Heidl justiert an der neuen Blechbearbeitungsanlage der Geipel Decken- und Profilsysteme e.K. in Neustadt perforierte Deckenplatten, die in der Fortis Bank in Paris zum Einsatz kommen sollen. Die Neustädter Firma Geipel Decken- und Profilsysteme e.K. wächst nach dem wirtschaftskrisenbedingten Exporteinbruch im vergangenen Jahr wieder.
Das Jahr 2009 war für uns sehr hart. Doch wir haben die schwere Zeit genutzt, um das Unternehmen neu auszurichten, sagte der Inhaber Udo Geipel gestern der OTZ. Dabei wurde die gesamte Produktpalette auf den Prüfstand gestellt, mit der Folge, dass Massenware wie Profile für Gipsdecken und -wände nicht mehr bei Geipel hergestellt werden. Es war eine Preissituation entstanden, die eine weitere Produktion dieser Erzeugnisse unter kaufmännischen Gesichtspunkten nicht mehr erlaubt hätte, meinte der Firmenchef.
Sein Unternehmen setzt stattdessen ausschließlich auf hochwertige Wand- und Deckenelemente für den Gebäude-Innenausbau. Wir entwickeln und produzieren Hochleistungskühl- und -klimaelemente, die dank der Konjunkturhilfsgelder vorrangig bei der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden zum Einsatz kommen. Die temperierten Flächen verbrauchen nur ein Drittel der Energie von herkömmlichen Klimaanlagen und sind für Allergiker besser verträglich. Ein kleines Projektteam der Neustädter Firma hat aber auch neue Brandschutzdecken entwickelt.
Erst kürzlich meldete das Unternehmen neue Gebrauchsmuster und Patente an. Udo Geipel freut sich über zahlreiche Großaufträge, bei denen hochwertige Wand- und Deckenelemente "made in Neustadt" zum Einsatz kommen. So bei der Sanierung großer Gebäude bei Audi in Ingolstadt, bei der Deutschen Leasing in Bad Homburg, bei ThyssenKrupp in Essen, bei der Fortis Bank in Paris und im Staatsministerium in Amsterdam. Für den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International liefern wir einige Hundert Quadratmeter Klima-Musterdecken und sind damit so gut wie im Geschäft. Aber auch für das Erdgasförderunternehmen Gazprom in Moskau, Samara und Wladiwostok wurden Metall- und Kühldecken geliefert. " Der russische Markt ist wieder im Kommen, freut sich Geipel. Sein Unternehmen musste im ersten Halbjahr 2009 Exporteinbußen von bis zu 40 Prozent hinnehmen und hat krisenbedingt die Zahl der Mitarbeiter um 50 auf 100 reduziert.
Derzeit beträgt die Exportquote wie vor der Krise wieder über 50 Prozent. Nun werden wieder CNC-Fachkräfte und Programmierer gesucht. Im April vergangenen Jahres, als die Wirtschaftskrise das Unternehmen voll erwischte, nahm Geipel eine knapp zwei Millionen Euro teure vollautomatische Blechbearbeitungslinie mit Stanz- und Biegestation in Betrieb. Als die Ende 2007 bestellte Anlage geliefert wurde, habe sich der Firmenchef erst selbst bedauert. Heute bin ich froh über diese Investition, ohne die die Neuausrichtung des Unternehmens nicht gelungen wäre. Dank der Anlage verachtfacht sich die Produktionskapazität im Bereich der Metalldecken. Genaue Zahlen wollte Udo Geipel nicht nennen, wies aber darauf hin, dass das seit 1992 im Molbitzer Weg ansässige Unternehmen in diesem Jahr wieder ein positives Betriebsergebnis anstrebt.